Klares doppeltes Nein zur Verschärfung des Bürgerrechts
Die Stimmberechtigten des Kantons Zürich haben die Verschärfung des Bürgerrechts mit einem klaren 2xNEIN abgelehnt. Die verschärfte Vorlage des Kantonsrats fand in keinem Bezirk eine Mehrheit, der SVP-Gegenvorschlag erhielt mit knapp 60% Nein-Stimmen eine noch deutlichere Absage. Read more >>
Landbote empfiehlt 2xNEIN
In der gestrigen Ausgabe vom 29.2. plädierte der Landbote für ein 2xNEIN unter dem Titel “Neuer Anlauf für ein faires Bürgerrechtsgesetz”. Thomas Schraner schrieb u.a. “Der Kantonsrat brachte es [das austarierte Gesetz des Regierungsrates] in Schieflage. Die Mehrheit liess sich von der SVP-Ausschaffungsinitiative unter Druck setzen und verschärfte verschiedene Bedingungen für die Einbürgerung. Mit dem Ergebnis, dass nicht mehr die tatsächliche Integration einer einbürgerungswilligen Person bei der Beurteilung im Zentrum steht, sondern die Frage, ob sie bestimmte formelle Voraussetzungen erfüllt oder nicht. ” (…) “Verglichen mit dem radikalen Gegenvorschlag ist die Hauptvorlage der Kantonsratsmehrheit deutlich moderater. Sie etabliert immerhin ein bedingtes Recht auf Einbürgerung für jene, die alle Kriterien erfüllen. Allerdings enthält auch sie mehrere Pferdefüsse, die nicht haltbar sind.” (…) “Die einzelnen Verschärfungen mögen für sich allein nicht allzu gravierend erscheinen. In der Summe aber verunstalten sie das Gesetz, sodass es besser ist, vorläufig bei der geltenden Regelung zu bleiben und rasch einen neuen Anlauf zu nehmen.”
Fussballaktion 25.2.2012 (mit Video)
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Testspiel mit Misstönen beendet, Nationalmannschaft nun ausgedünnt.
Die schweizer Nationalmannschaft hat ihr Können in der heutigen Testspielreihe im Kanton Zürich bewiesen. Es gab jedoch auch Misstöne: Der Schiedsrichter hat die Spieler mit Migrationshintergrund herausgepfiffen und mit einem schwarzen Schaf auf die Strafbank verbannt. Es wurde deutlich, dass die schweizer Nationalmannschaft ohne die Vielfalt durch die Eingebürgerten viel schwächer wäre.
„Erfolg durch Vielfalt“ war dann auch das Motto der heutigen Aktion des Komitee 2xNein zum Bürgerrechtsgesetz und des „Ausländerstammtisch“.
Es spielte heute in der Innenstadt von Zürich, Winterthur und Dietikon zwar nicht die originale Nati aber die originelle Nati.
Samir (Filmemacher) stellte dar, wie sehr es die schweizer Kultur und die schweizer Wirtschaft schwächen würde, wenn die Einbürgerung erschwert werden würde.
Balthasar Glättli (Nationalrat, Grüne) machte deutlich, warum aus Sicht der Veranstalter die beiden zur Abstimmung kommenden Vorlagen unfair und willkürlich sind. Das Beispiel der verschärften Einbürgerungsregeln für junge Erwachsene wird als besonders stossend empfunden.
Allen war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass Einbürgerung nach dem wirklichen Grad der Integration und nicht nach formellen Hürden wie z.B. der Niederlassungsbewilligung zu beurteilen ist.
Die Teilnehmer des Testspieles waren Schweizer und Ausländer, haben verschiedene Herkünfte und stehen für die wirtschaftliche und kulturelle Stärke, die der Kanton Zürich durch Einwanderung erfährt. Einwanderer integrieren sich und: bereichern Zürich – die Einbürgerung ist die Konsequenz auch für diese Bereicherung. Egal ob der Beitrag an Zürich und die Schweiz als Fussballer, LKW-Fahrer, Lehrer, Putzfrau oder hilfreicher Nachbar geleistet wird.

Ausländerstammtisch: ist eine Gruppe von Schweizern und Ausländern denen Zürich am Herzen liegt.
Kontakt: Christian Faber, Zürich, christianfaber@sunrise.ch und Marco Hort, Zürich, marcohort@gmx.de
Komitee: www.buergerrechtsgesetz-
NZZ empfiehlt 2xNEIN
In der Ausgabe vom 25.2.2012 hat die NZZ die 2xNEIN Parole empfohlen. Ebenfalls 2xNEIN empfiehlt der Regierungsrat.
Veranstaltung am 29.2. im Kanzlei
Am Mittwochabend 29. Februar findet eine grosse Veranstaltung des 2xNEIN Komitees im Kanzlei (Helvetiaplatz, Zürich) statt.
Die Details finden sich in der Agenda. Türöffnung und Barbetrieb ab 19h, Beginn Kultur/Polit-Programm ab 20h, anschliessend wieder Barbetrieb.
25.2. Tour der “Nationalmannschaft”
Mit einer originellen Aktion weisen die Nati-Fans und -Spieler spielerisch darauf hin, dass Einbürgerung ein wichtiger Teil der Entwicklung Zürichs ist – frei nach dem Motto: “Erfolg durch Vielfalt”.
Tourdaten Samstag 25.2.2012
- Dietikon, Kirchplatz, 9.45h – 10.15h
- Winterthur, Marktgasse : 11.15h – 11.45h – BILDER DER AKTION
- Stadt Zürich, Limmatplatz 13.15h – 13.45h
Die Nationalmannschaft wird nicht die originale, aber die originelle sein.
Begleitet wird sie von:
- Dietikon: Rosemarie Joss, Kantonsrätin, SP; Ernst Joss, Gemeinderat, AL
- Winterthur: Bernhard Egg, Kantonsrat, SP; Mattea Meyer, Kantonsrätin, SP; Balthasar Glättli, Nationalrat, Grüne
- Stadt Zürich: Balthasar Glättli, Nationalrat Grüne
- Alle drei Stationen: Samir, Filmemacher (Snow White, Joschka)
“Lieber vorerst alles beim Alten lassen”
Im Tages-Anzeiger vom 11.2.2012 hat Justizdirektor Martin Graf die 2xNEIN-Parole der Regierung begründet: Die Zürcher Praxis zum Bürgerrecht hat sich bewährt. Erlangen kann es nur, wer unsere Verhältnisse kennt, angemessen Deutsch kann und für seinen Lebensunterhalt selber aufkommt. Zudem müssen Einbürgerungswillige die Regeln des Zusammenlebens respektieren – sie dürfen nicht kriminell sein – und mindestens 12 Jahre in der Schweiz wohnen. Das Bürgerrecht bekommt man also nicht geschenkt. Wer alle Bedingungen erfüllt, soll aber mit einer Einbürgerung rechnen dürfen. Read more >>
Ausländerbeirat sagt 2xNEIN
Der Ausländerbeirat der Stadt Zürich, der die Interessen der ausländischen Bevölkerung in Zürich vertritt, spricht sich gegen die Verschärfungen im Bürgerrechtsgesetz aus. Der Beirat schliesst sich damit den Empfehlungen des Zürcher Regierungsrates an und empfiehlt sowohl das neue Bürgerrechtsgesetz als auch den noch restriktiveren Gegenvorschlag zur Ablehnung. Read more >>
Daniel Jositsch sagt 2xNEIN zu Willkür und Polemik
«JA zu klaren Grundsätzen – 2 mal NEIN zu Willkür und Polemik!»
Interview mit Daniel Jositsch, SP Nationalrat und Präsident KV Schweiz
Frage: Hat die SVP nicht recht, wenn sie strengere Kriterien bei der Einbürgerung verlangt?
Daniel Jositsch: Nein, einmal mehr betreibt die SVP billige Polemik mit AusländerInnen und liefert keinen sachlichen Beitrag zu einer Lösung. Auch die SP will das Bürgerrecht nicht verschleudern. Wir wollen, dass klare Kriterien für die Einbürgerung gelten und diese auch angewendet werden. Wichtig sind dabei eine erfolgreiche Integration, die Kenntnisse der Landessprache und die Einhaltung der Rechtsordnung. AusländerInnen, welche diese Kriterien erfüllen, sollen nach einer bestimmten Zeit Anrecht auf das Schweizer Bürgerrecht haben.
Wird mit einem doppelten Nein zu den beiden Bürgerrechtsvorlagen «das Kind nicht mit dem Bade ausgeschüttet»?
Die SP ist für klare und einheitliche Grundsätze und hat die Vorlage des Regierungsrats unterstützt. Die bürgerlichen Parteien haben unter der Federführung der SVP inakzeptable und rechtsstaatlich bedenkliche Hürden eingebaut, so dass auch der bürgerlich dominierte Regierungsrat Gesetz und Gegenvorschlag nun zur Ablehnung empfiehlt. Inakzeptabel sind die Streichung der erleichterten Einbürgerung für Jugendliche, die zusätzlichen Bestimmungen betreffend Niederlassungsbewilligung und weitere Verstösse gegen geltende Rechtsprinzipien (Rekursrecht, Sühneprinzip etc.).
Was fordert die SP?
Wir wollen zusammen mit dem Regierungsrat ein Einbürgerungsgesetz mit klaren und nachvollziehbaren Kriterien. Wir wollen aber auch ein Einbürgerungsgesetz, das Rechtsgleichheit und Rechtssicherheit garantiert und den Gemeinden eine echte Entscheidungshilfe ist. Das Einbürgerungsverfahren ist ein Verwaltungsakt und muss deshalb klar sein und überprüfbar bleiben. Die SVP hingegen will der Willkür Tür und Tor öffnen. Das zweifache NEIN zu den Bürgerrechtsvorlagen folgt demgegenüber dem Prinzip der Rechtsstaatlichkeit und der Rechtsgleichheit.
Wie geht es weiter, wenn Bürgerrechtsgesetz und Gegenvorschlag von einer Mehrheit der StimmbürgerInnen abgelehnt werden?
Dann gelten das bisherige Bürgerrechtsgesetz und die bisherige Praxis bei der Einbürgerung.
Quelle: SP Kanton Zürich
Regierungsrat sagt 2xNEIN
Auch der Zürcher Regierungsrat lehnt sowohl die im Sinne der SVP verschärfte Vorlage als auch den nochmals zugespitzten SVP-Gegenvorschlag ab.
In einer Medienmitteilung schreibt er: “Der Kanton Zürich hat über ein Bürgerrechtsgesetz zu entscheiden, das die Einbürgerungsvoraussetzungen umschreibt und dafür sorgt, dass Verfahren im ganzen Kanton einheitlich und transparent ablaufen. Nach Meinung des Regierungsrates ist das Gesetz aber vom Kantonsrat in einer Weise verändert worden, die er nicht mittragen kann.”
Justizdirektor Martin Graf bestätigte gegenüber dem Tages-Anzeiger, dass der Regierungsrat ein grundsätzlich anders Verständnis des Bürgerrechts habe als die SVP. «Für die SVP ist der Schweizer Pass eine Art Geschenk, das man geben kann oder auch nicht.» Wenn ein Kandidat die gesetzlich vorgeschriebenen Bedingungen für das Schweizer Bürgerrecht erfülle, müsse er den Pass bekommen, alles andere sei Willkür, sagte Graf dem Tages-Anzeiger. Er verglich die Vergabe des Bürgerrechts mit dem Erwerb des Fahrausweises: «Wenn einer die Autofahrprüfung besteht, kann man ihm das Billett auch nicht vorenthalten, nur weil dem Experten die Nase des Kandidaten nicht passt.»




